Am Institut für Pharmazeutische und Biomedizinische Wissenschaften werden in erster Linie Lehrveranstaltungen im Studiengang Pharmazie angeboten. Darüber hinaus bieten wir auch Lehrveranstaltungen in den Studiengängen Biomedizinische Chemie und Molekulare Biotechnologie an. Unser Institut ermöglicht ein erfolgreiches Studium, das unseren Absolvent*innen vielfältige Berufsperspektiven bietet (mehr dazu weiter unten!).

Des weiteren wird in unserem Institut intensiv geforscht. In verschiedenen Arbeitsgruppen, in den Bereichen Medizinische und Pharmazeutische Chemie, Pharmakologie, Pharmazeutische Technologie, Pharmazeutische Biologie und Klinische Pharmazie forschen wir mit den neuesten Methoden. Unser Ziel ist es, neue Wirkstoffe zu entwickeln, neue Angriffspunkte für Wirkstoffe zu finden, neue Methoden zu entwickeln, wie Wirkstoffe in den Körper und dort an ihren Wirkort gelangen, und außerdem den Nutzen der Wirkstoffe durch Beratung und Begleitung von Patient*innen und Ärzt*innen zu optimieren.

Jedem Fach in unserem Institut sind ein oder mehrere Arbeitsgruppen zugeordnet, in denen zu einem oder mehreren Themengebieten geforscht wird. Genaueres zu den Forschungsinhalten der einzelnen Arbeitsgruppen ist im Folgenden beschrieben.

Der Schwerpunkt der Forschung in der Helm-Gruppe liegt auf RNA-Modifikationen natürlichen oder synthetischen Ursprungs. Wir integrieren Disziplinen aus Chemie, Biologie, Physik, Bioinformatik und Pharmazie, um die analytische und biosynthetische Forschung an natürlich vorkommender sowie an therapeutischer RNA voranzutreiben.

Die Arbeitsgruppe Schirmeister sucht nach neuen Wirkstoffen gegen Infektionserkrankungen und Krebs. Dabei entwickeln wir Hemmstoffe Eiweiß-spaltender Enzyme (Proteasen) und Methylgruppen-übertragender Enzyme (Methyltransferasen).

Die Arbeitsgruppe Winz untersucht die Herstellung von Eiweißen (Proteinen), sowie deren Baupläne, in Form von RNA, in Hefe- und Menschenzellen. Im Speziellen nutzen wir verschiedene biochemische und molekularbiologische Methoden, um herauszufinden, welche Schutzmechanismen greifen, wenn die Eiweißherstellung schiefläuft.

Wirkstoffe am PC finden? Die Kersten Gruppe widmet sich dem rationalen, computergestützten Wirkstoffdesign in Kombination mit biophysikalischen Bindungsstudien um intermolekulare Wechselwirkungen aufzuklären und vorherzusagen. Neben Proteinen als typischen Zielstrukturen für Arzneistoffe, steht die Identifikation von RNA-bindenen Molekülen im Forschungsfokus.

Die Arbeitsgruppe Barthels beschäftigt sich mit der Entwicklung von Inhibitoren RNA-modifizierenden Enzyme mittels moderner Techniken der medizinischen Chemie.

In unserer Arbeitsgruppe schauen wir einzelnen großen Molekülen (RNAs und Proteinen) dabei zu, wie sie ihre Faltung verändern und so ihren Zweck in Zellen erfüllen können.

In der Abteilung Pharmazeutische Technologie und Biopharmazie bringen wir Wirkstoffe in anwendbare Arzneiformen und Medizinprodukte, z.B. Tabletten, Kapseln, Salben, Zäpfchen, Pflaster, Inhalatoren oder spezielle zielgenau wirksame Nanopartikel. Hierfür werden Geräte und Prozesse entwickelt, die mit hoher Qualität arbeiten, sowohl für die Produktion in der Pharmaindustrie als auch in Apotheken für die patientenindividuelle Herstellung. Die Biopharmazie untersucht, was mit den Arzneimitteln nach der Anwendung im Körper passiert.

Tel. (Sekretariat): +49 6131 3929152

Die Arbeitsgruppe Efferth nutzt moderne Sequenziermethoden um die Wirkung von Naturstoffen als Arzneistoffe zu analysieren. Darüber hinaus analysieren wir Mutationen in der DNA von Krebszellen um Therapieverfahren zu entwickeln, die individuell auf Patienten zugeschnitten sind und suchen mit computerbasierten Methoden nach natürlichen und synthetischen Wirkstoffen gegen Krebs und virale Infektionen.

Die Arbeitsgruppe Dawood untersucht molekulare Wirkmechanismen von natürlichen und synthetischen Wirksubstanzen, die Auswirkungen auf Epigenetik und Transkription haben.

Die Arbeitsgruppe Lu entwickelt neue therapeutische Strategien zur Hemmung der Gefäßneubildung in Tumoren.

Die Arbeitsgruppe Elbadawi entwickelt Nachweismethoden für Naturstoffe in subzellulären Kompartimenten durch fortgeschrittene Mikroskopietechniken.


Die Arbeitsgruppe Friedland hat sich auf das zentrale Nervensystem fokussiert und versucht, die pathologischen Veränderungen unseres Gehirns bei verschiedenen psychischen Erkrankungen zu verstehen, den Wirkmechanismus von Arzneimitteln aufzuklären, die bei psychischen Erkrankungen eingesetzt werden, und neue Arzneistoffe für diesen Indikationsbereich zu entwickeln. Ein wichtiger Forschungsbereich ist die Bedeutung von RNA Modifikationen für das gesunde und pathologische Altern im Rahmen von neurodegenerativen Erkrankungen.

Die Arbeitsgruppe Jörg ist spezialisiert auf mechanistische Untersuchungen von tRNA-Modifikationen und tRNA-Fragmenten, RNA-modifizierender und RNA-bindender Proteine im Rahmen der Alzheimer Demenz. 

Im Bereich klinische Pharmazie entwickeln und evaluieren wir Betreuungsprogramme, die sich mit der Verbesserung der Therapietreue und der Reduktion arzneimittelbezogener Probleme befassen. Ein neues Projekt befasst sich mit einem digitalen Betreuungsprogramm für Patient*innen mit psychischen Erkrankungen und wie man diese optimal aus der Vor-Ort Apotheke durch Apotheker*innen betreuen kann.

Das Pharmaziestudium ist ein spannendes, breit aufgestelltes, interdisziplinäres, naturwissenschaftliches Studium mit dem Ziel, die Approbation als Apotheker*in zu erreichen. Das Studium der Pharmazie eröffnet über die Arbeit in der öffentlichen Apotheke hinaus vielfältige Berufsmöglichkeiten in Industrie, Forschung, Prüfinstitutionen, … Mehr dazu unter Berufsaussichten.

Zukünftige Apotheker*innen werden bei uns in erster Linie in chemischen, biologischen, medizinischen und technologischen Fächern ausgebildet. Hierzu zählen die Pharmazeutische und Medizinische Chemie, die Biopharmazie und Biomedizin, die Pharmakologie, Pharmazeutische Technologie und Klinische Pharmazie. Pharmazeut*innen befassen sich als Naturwissenschaftler*innen mit Arzneimitteln in ihrer ganzen Bandbreite. Hierbei stehen als Schwerpunkte die Entwicklung, Herstellung, Qualitätsprüfung (z.B. Analytik), sowie auch der Vertrieb der Arzneipräparate unter naturwissenschaftlicher Kontrolle und natürlich die Beratung von Patient*innen und Ärzt*innen im Vordergrund.

Übrigens: einige unserer Dozierenden wurden bereits mit Lehrpreisen geehrt. Unsere Studierenden können also von ausgezeichneter Lehre profitieren!

Ihr möchtet selbst einmal reinschnuppern um unser Institut und den Unialltag hautnah zu erleben? Dann habt ihr jedes Jahr mehrmals die Möglichkeit dazu. Kommt am Tag der offenen Uni ohne Anmeldung in unserem Pavillon oder unserem Institut vorbei, meldet euch zum Schnuppertag an, erlebt das Pharmaziestudium im UniCheck eine Woche lang als Schnupperstudium, oder stellt in der Ferienakademie Pharma selbst einmal Arzneimittel her und lernt die Klinikapotheke der Unimedizin kennen!

Mehr Informationen zu Voraussetzungen und Bewerbungsfristen findet ihr hier:

Das bekannteste Berufsfeld in dem unsere Absolvent*innen tätig sind, ist sicherlich die Arbeit in der öffentlichen Apotheke (Offizinapotheke). Apotheker*innen sind Arzneimittelfachleute und kennen Wirkmechanismen, Dosierungsschemata sowie Neben- und Wechselwirkungen von Medikamenten.

Nach dem Pharmaziestudium seid ihr allerdings nicht auf den Beruf als Fachapotheker*in festgelegt. Weitere Berufsfelder sind z.B.:

  • Tätigkeit als Krankenhausapotheker*in (Stationsversorgung, Einbindung in Therapiepläne, Mitarbeit in Kommissionen, Qualitätssicherung)
  • Apotheker*in in der Pharmazeutischen Industrie; hier ist eine Promotion oft erwünscht, aber nicht unbedingt Voraussetzung. Tätigkeitsbereiche sind z.B. die Entwicklung neuer Wirkstoffe, Leitung der Arzneimittelherstellung nach Arzneimittelgesetz, Qualitätskontrolle als Laborleiter (Qualified Person), Zulassung neuer Arzneimittel (Drug Regulatory Affairs), Klinische Studien, Arzneimittelinformation, Marketing
  • Apotheker*in in Lehre und Forschung: Lehr- und Forschungstätigkeiten an universitären Einrichtungen oder anderen forschenden Instituten
  • bei Einrichtungen der öffentlichen Gesundheitsverwaltung (z.B. Gesundheitsämter), Kranken- und Sozialversicherungen
  • bei Prüfinstitutionen (Zentrallaboratorium Deutscher Apotheker*innen)
  • bei Berufsorganisationen der Apothekerschaft (Apothekerkammer)
  • bei wissenschaftlichen Verlagen (Arzneimittelinformationen, Kongressberichte)
  • bei internationalen Gesundheitsprojekten

Apotheker*in gehört übrigens seit vielen Jahren zu den ‚Mangelberufen‘ – es gibt also mehr Stellen als Absolvent*innen. Dadurch ist ein Abschluss in Pharmazie quasi eine Jobgarantie – und das nicht nur in der Apotheke!

So könnte deine Zukunft aussehen:

Geschäftsführung

Assistenz

Studienfachberaterin

Studienmanager

In der Bereichsbibliothek erhalten Sie ….

Seit Januar 2025 bieten wir euch auf unserem Instagram Account – übrigens dem deutschlandweit ersten Account eines Pharmazie-Instituts – spannende Einblicke in unser Institut, das Studium, das Studi-Leben und Veranstaltungen, die euch bei uns erwarten. Und daneben könnt ihr einiges über Arzneipflanzen und herausragende Persönlichkeiten der Pharmazie erfahren. Schaut mal vorbei!

Alle mit breitem Interesse an Naturwissenschaften. Alle die neue Wirkstoffe und Therapieansätze identifizieren und entwickeln möchten. Alle die sich in der Industrie mit Entwicklung, Herstellung und Sicherheit von neuen und nicht neuen Wirkstoffen beschäftigen wollen. Und last but not least natürlich alle die als Apotheker:innen in die Apotheke möchten.